Benz

Bad Sachsa

Eine kleine Stadt im »Dritten Reich«

Lukas Verlag für Kunst- und Geistesgeschichte

ISBN 978-3-86732-517-2

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Bibliografische Daten

Biografie

Buch. Softcover

2027

Format (B x L): 15,8 x 23,5 cm

Verlag: Lukas Verlag für Kunst- und Geistesgeschichte

ISBN: 978-3-86732-517-2

Weiterführende bibliografische Daten

Produktbeschreibung

Das im Südharz gelegene und damals zu Thüringen gehörende Bad Sachsa hatte am Vorabend der NS-Herrschaft 4000 Einwohner. Die Macht hatte hier ab 1933 der Gauleiter der NSDAP und »Reichsstatthalter« Fritz Sauckel. Die Mehrheit der Bürger war konservativ und patriotisch, sie folgte gern den Parolen der »nationalen Revolution« auf dem Weg in die »Volksgemeinschaft«. Zumindest für sie änderte sich außer den Kundgebungen und Aufmärschen der Partei und ihrer Gliederungen zunächst wenig. Doch das Kleinstadt-Idyll endete im Krieg: Im Stollen des nahegelegenen KZs Dora-Mittelbau wurden ab 1943 V2-Raketen montiert. Bad Sachsa lag in dessen Sperrkreis mit seinen zahllosen KZ-Außenlagern. Hier hatte die Berliner Gestapo Gewalt über alles, und die Bürger waren auf Schritt und Tritt mit Zwangsarbeitern aus vielen Nationen konfrontiert. Kurz vor Kriegsende wurde die Arbeitsgruppe um Wernher von Braun, der die Raketentechnik entwickelte, von Peene­münde nach Bad Sachsa verlegt. Auch das Attentat am 20. Juli 1944 hatte Folgen für den Ort: Hitlers Rache zielte auf die Vernichtung der Familien der Widerstandskämpfer. Deren Kinder wurden deshalb in einem Heim in Bad Sachsa interniert und ihrer Identität beraubt. Im April 1945 marschierte die US-Army in Thüringen ein; im Sommer wurde die Stadt der britischen Zone zugeschlagen. Heute liegt sie in Nieder­sachsen. Bad Sachsa war typisch für die willige Unterwerfung harmloser Bürger unter ein diktatorisches Regime. Sie lebten ihren Alltag, nahmen den Terror des Regimes zwar wahr, fühlten sich davon aber nicht betroffen, leisteten weder Widerstand noch waren sie fanatische Nazis.

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