Bloch

Flavius Aëtius – Die Karriere des „Letzten Römers“ als Alternative zum Untergang Roms

Kovac, J

ISBN 978-3-339-14850-6

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Bibliografische Daten

Fachbuch

Buch. Softcover

2026

1 s/w-Abbildung, 4 Farbabbildungen.

Umfang: 186 S.

Format (B x L): 14,8 x 21 cm

Gewicht: 237

Verlag: Kovac, J

ISBN: 978-3-339-14850-6

Weiterführende bibliografische Daten

Produktbeschreibung

26 Jahre vor dem Untergang Westroms schien die römische Welt nach all den Wirren und Wendungen der vorangegangenen Jahre zur Ruhe zu kommen. Den Plünderungszügen der Hunnen war Einhalt geboten, ihr berüchtigter Herrscher Attila war gestorben und die Provinzen Galliens und die iberische Halbinsel waren wieder notdürftig ins Römische Reich integriert. Im September 454 trat nun Flavius Aëtius, der als Heermeister in den letzten gut 25 Jahren maßgeblich die Politik des Westens bestimmt hatte, vor seinen Kaiser, um die Staatsfinanzen zu erörtern. Plötzlich sprang Kaiser Valentinian III. auf und ermordete seinen erfolgreichen General eigenhändig. Valentinian selbst fiel bereits im März des darauffolgenden Jahres einem Attentat zum Opfer. Bis zum Untergang sollte Rom noch acht weitere Kaiser sehen. In den Quellen erscheint Flavius Aëtius häufig als der „Letzte Römer“ oder als „die große Rettung“ des Westens. Heute wird Aëtius in der Forschung meist nicht mehr als strahlender Hunnenbezwinger und Held gesehen. Er gilt als machtbewusster Akteur, dessen Handeln von Selbsterhaltung und politischem Kalkül geprägt war. Seine Interessen, so eine einflussreiche These, fielen mit denen des Reiches zusammen: Indem er seine eigene Stellung verteidigte, stabilisierte er zugleich Westrom. Auf Grundlage einer sorgfältigen Analyse der Originalquellen zeigt Marcel Bloch auf, dass Aëtius im Verlauf der Zeit einen immer umfassenderen Wirkungskreis entwickelte, der über den bloßen Erhalt seiner Machtstellung in Gallien und Italien hinausging. Schließlich versuchte er sogar namentlich in die Gesetzgebung einzugreifen. Nach dem Kaiserpurpur selbst griff er auch auf dem Höhepunkt seiner Macht nicht. Der Heermeister hatte sich vom skrupellosen Militär zu einem umsichtigen Staatsmann entwickelt und schien einen Plan zu verfolgen, der das Potenzial hatte, das Kaisertum im Westen zu erhalten und damit eine Alternative zum Untergang Westroms zu bieten.

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