Buchheim / Angleys / Engel / Zorrilla Piña

Erschienen: 30.10.2026

Schellings Berliner Spätphilosophie und die "Empfindlichkeit des philosophischen Bewusstseins"

Mohr Siebeck

ISBN 978-3-16-200206-8

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Bibliografische Daten

Fachbuch

Buch. Hardcover

2026

Umfang: 370 S.

Format (B x L): 15,5 x 23,2 cm

Verlag: Mohr Siebeck

ISBN: 978-3-16-200206-8

Produktbeschreibung

The contributions collected in this volume address a phase in Schelling's philosophical thought that has so far received little scholarly attention, despite its considerable philosophical significance: his final and thoroughly revised late philosophy from 1846 onward that is, well after the Berlin lectures on the Philosophy of Revelation (1841-44). Based solely on the latter, contemporary critics had already concluded that Schelling's late philosophy constituted a relapse into a philosophical system that fell short of the critical standards for permissible metaphysics established by Kant. In contrast, this volume turns its attention squarely to Schelling's final working period and retraces the clearly structured revision that is his final philosophy, a revision aimed at a metaphysics that is genuinely critically-compliant, but also finds the methodological justification to advance beyond Kant. The defining text of and for this last phase of Schelling's work is the Presentation of the Purely Rational Philosophy , which accordingly stands at the center of this volume. The contributions to this volume retrace certain strands of this philosophical revision across three central themes: (1) the relief of reason from its epistemological responsibility pertaining to God, (2) the treatment of metaphysical questions grounded in a historical human consciousness, and (3) the philosophical-scientific treatment of religion as an independent line of development of human consciousness. In addition, (4) the volume presents a previously unpublished letter the »Vermächtnisbrief« in which Schelling conveys to his son (and editor) the decisive philosophical commitments of his final philosophy. The »Vermächtnisbrief« is published for the first time and explored in its philosophical potential.
Die Beiträge dieses Bandes widmen sich einer bisher wenig erforschten, aber philosophisch hochbedeutsamen Phase in Schellings Werkgeschichte: seiner letzten und tiefgreifend revidierten Spätphilosophie ab 1846 und damit deutlich nach den Berliner Vorlesungen zur Philosophie der Offenbarung (1841-44). In Kenntnis nur der letzteren bescheinigten bereits zeitgenössische Kritiker Schellings Spätphilosophie einen Rückfall seiner philosophischen Systemanstrengungen hinter die von Kant gesetzten kritischen Maßstäbe zulässiger Metaphysik. Demgegenüber richtet der Band die Aufmerksamkeit entschieden auf jene erst danach einsetzende, allerspäteste Werkphase Schellings und arbeitet anhand der ihr zugehörigen Texte eine klar strukturierte Revision seiner Philosophie heraus, die nunmehr auf eine der kantischen Kritik zugleich genügende, obwohl sie dennoch methodisch gerechtfertigt hinter sich lassende, theoretische Metaphysik zielt. Für diese letzte Werkphase als maßgeblich zu nehmen ist Schellings späteste Arbeit die Darstellung der reinrationalen Philosophie , die daher auch im Zentrum dieses Bandes steht. Die Beiträge des Bandes rekonstruieren die Züge dieser philosophischen Revision in drei zentralen Themenfeldern: (1) der erkenntnistheoretischen Entlastung der Vernunft von der Zuständigkeit für Gotteserkenntnis, (2) der Adressierung metaphysischer Fragestellungen ausgehend von einem geschichtlichen Bewusstsein, (3) der philosophisch-wissenschaftlichen Aufarbeitung der Religion als eine eigenständige Entwicklungslinie des menschlichen Bewusstseins. Zudem (4) präsentiert dieser Band einen bisher nicht edierten Brief- den »Vermächtnisbrief« , in dem Schelling entscheidende philosophische Festlegungen seiner spätesten Philosophie an seinen Sohn (und Editor) vermittelt. Der »Vermächtnisbrief« wird hier erstveröffentlicht und in zwei Beiträgen philosophisch ausgewertet. In vier Abteilungen werden die Grundlinien dieser Philosophie als moderne, selbstkritische Metaphysik entfaltet, die über das idealistische Zeitalter hinausweist und auch im heutigen Denken fruchtbar gemacht werden kann.

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Jana Trispel

Wilhelmstraße, 18
72074 Tübingen, DE

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