Cremer

Die Wirkungserstreckung ausländischer Patente

Grenzüberschreitender Patentschutz durch Kollisionsrecht

Mohr Siebeck

ISBN 978-3-16-201043-8

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Bibliografische Daten

Fachbuch

Buch. Softcover

2026

Umfang: 500 S.

Format (B x L): 15,5 x 23,2 cm

Verlag: Mohr Siebeck

ISBN: 978-3-16-201043-8

Produktbeschreibung

Patent law is traditionally territorial in nature: patents provide protection only in the state that grants them and have no effect abroad. While this territoriality has deep historical roots, it sits uneasily with global markets and the worldwide disclosure of inventions. Michael Cremer takes this tension as a starting point to question the territorial conception of patent law. He explores whether, and to what extent, cross-border patent protection can and should be achieved by extending the effects of foreign patents into the domestic legal order. Cremer first demonstrates that territoriality is an umbrella term for several distinct legal principles, most notably the geographically limited effect of patents and the prohibition of substitution. The fragmentation of patent protection, however, ultimately results from each state's conflict-of-laws decision to deny foreign patents legal significance within its own legal system. The author shows that the territorial limitation of patent law is primarily rooted in history. It emerged from the development of patent law out of early invention privileges and reflected the original purpose of patent protection: importing knowledge that was already known abroad into the domestic sphere. Subsequent developments in patent law had little impact on this territorial framework because of the field's early internationalization through the Paris Convention of 1883. From a contemporary perspective, there is no compelling reason for the territorial fragmentation of patent law. Extending the effects of patents through conflict-of-laws rules would allow states to cooperate more closely in promoting global innovation while still maintaining sufficient control over the influence of foreign law. Finally, Michael Cremer turns to the practical implementation of such an extension of effects and examines four different conflict-of-laws approaches: applying foreign patent law, protecting foreign patents as acquired rights, recognizing foreign patent grants as administrative acts, and substituting domestic patents for foreign ones. He concludes that recognition is the preferable solution, as it enables nuanced outcomes while providing a high degree of legal certainty.
Das Patentrecht ist territorial konstruiert: Patente entfalten nur Schutz im jeweiligen Erteilungsstaat, nicht aber im Ausland. Diese Territorialität ist zwar historisch tradiert, steht jedoch in einem Spannungsverhältnis zu globalen Märkten und der weltweiten Offenlegung einer Erfindung. Michael Cremer nimmt dies zum Anlass, die territoriale Konzeption des Patentrechts zu hinterfragen. Er untersucht, ob grenzüberschreitender Patentschutz ermöglicht werden kann und sollte, indem die Wirkung ausländischer Patente auf das Inland erstreckt wird. Michael Cremer arbeitet zunächst heraus, dass Territorialität eine Sammelbezeichnung für verschiedene Rechtssätze ist, die insbesondere die räumlich beschränkte Wirkung eines Patents und das Substitutionsverbot umfassen. Die Fragmentierung des Erfindungsschutzes folgt jedoch erst aus einer kollisionsrechtlichen Entscheidung jedes Staates, ausländischen Patenten für seine Rechtsordnung keine Bedeutung beizumessen. Der Autor zeigt, dass die räumliche Beschränkung des Patentrechts vorrangig historisch zu erklären ist. Sie geht auf die historische Entwicklung des Patentrechts aus den Erfindungsprivilegien zurück und entsprach dem historischen Zweck des Erfindungsschutzes, im Ausland bereits bekanntes Wissen in das Inland zu übernehmen. Spätere Weiterentwicklungen des Patentrechts blieben aufgrund der frühen Internationalisierung durch die Pariser Verbandsübereinkunft von 1883 ohne Einfluss. Aus heutiger Perspektive gibt es keinen zwingenden Grund für die räumliche Fragmentierung des Patentrechts. Eine kollisionsrechtliche Wirkungserstreckung ermöglicht den Staaten, bei der Förderung globaler Innovation enger zu kooperieren, und gewährleistet zugleich ein ausreichendes Maß an Kontrolle gegenüber dem ausländischen Recht. Abschließend widmet sich Michael Cremer der methodischen Umsetzung der Wirkungserstreckung und untersucht vier verschiedene kollisionsrechtliche Methoden: eine Verweisung auf ausländisches Recht, den Schutz ausländischer Patente als wohlerworbene Rechte, die verwaltungsrechtliche Anerkennung der ausländischen Patenterteilung und eine Substitution des inländischen Patents. Als vorzugswürdig erweist sich die Anerkennung, da sie differenzierte Lösungen ermöglicht und gleichzeitig ein hohes Maß an Rechtssicherheit bietet.

Autorinnen und Autoren

Produktsicherheit

Hersteller

Jana Trispel

Wilhelmstraße, 18
72074 Tübingen, DE

trispel@mohrsiebeck.com

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