Dröse

Journalpoetik

Literatur im Medienwandel (1770–1840). Mit Studien zu Wieland, Goethe, Schiller, A. W. und F. Schlegel, Mereau, Hölderlin, Kleist, Droste-Hülshoff

De Gruyter

ISBN 978-3-11-145253-1

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Bibliografische Daten

Fachbuch

Buch. Hardcover

2027

3 s/w-Tabelle, 28 Illustrationen.

Umfang: 800 S.

Format (B x L): 15,5 x 23 cm

Verlag: De Gruyter

ISBN: 978-3-11-145253-1

Weiterführende bibliografische Daten

Produktbeschreibung

Lange wurde das Epochenbild der Goethezeit von der Vorstellung dominiert, die literarische Produktion um 1800 sei Ausdruck einer autonomen und elitären Hochkunst gewesen, die sich vom Markt und ihrem Publikum bewusst fernhielt – mit der Konsequenz, im Grunde nicht gelesen worden zu sein. Dieses Epochennarrativ, so die zentrale These der Studie, gerät jedoch beim Blick auf die dynamischen medialen Realitäten und Publikationskontexte um 1800 ins Wanken. Ausgangspunkt ist ein zunächst überraschender Befund: Ausgerechnet das Zeitalter der Autonomieästhetik erlebt den rasanten Aufstieg der Zeitschrift als populäres Leitmedium der Literatur, und zentrale Akteure wie Wieland, Goethe, Schiller oder Kleist tragen aktiv dazu bei. Von diesen Überlegungen ausgehend erzählt Astrid Dröse eine andere Literaturgeschichte der Goethezeit – am Leitfaden der Zeitschrift. Mit dem praxeologischen Konzept ‚Journalpoetik‘ untersucht sie die Entstehung von Zeitschriften vom späten 18. bis ins 19. Jahrhundert, ihre Gestaltung und ihren Einfluss auf die Literatur und den literarischen Markt dieser Zeit. Der Blick richtet sich dabei gleichermaßen auf ästhetische Programmatiken und literarische Texte wie auf Marktstrategien, verlegerisches Kalkül, redaktionelle Praktiken, Materialität und Rezeption. Im Mittelpunkt stehen Wielands Teutscher Merkur , Schillers Thalia und Die Horen , das Athenaeum der Schlegel-Brüder, Kleists Phöbus , Hölderlins Iduna Projekt, Mereaus Kalathiskos und Cottas Morgenblatt . Friedrich Schiller erweist sich als ein maßgeblicher Akteur des Medienwandels, den er entscheidend mitprägt und vorantreibt. Mit den Horen entwickelt er – in enger Zusammenarbeit mit dem Tübinger Verleger Cotta – eine Journalpoetik im Zeichen eines populären Klassizismus. Damit werden die Horen zum entscheidenden Faktor im literarischen Feld um 1800 und zum Modell für nachfolgende Zeitschriftenprojekte – bis in unsere Gegenwart.
The journal became the central media format for literature around 1800. This study is the first to take a media-historical perspective to examine the phase in which German literature was constituted – using the journal as a guiding thread. The analytical concept of "journal poetics" allows the journal projects of Wieland ( Teutscher Merkur ), Schiller ( Thalia , Die Horen ), and Cottas ( Morgenblatt ) to be explored in their respective contexts.

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