Gates

Disability, Faciality, and Redaction

Deterritorializing Disability in the Deuteronomistic Collection

Mohr Siebeck

ISBN 978-3-16-200635-6

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Bibliografische Daten

Fachbuch

Buch. Softcover

2026

In englischer Sprache

Umfang: 265 S.

Format (B x L): 15.5 x 23.2 cm

Verlag: Mohr Siebeck

ISBN: 978-3-16-200635-6

Weiterführende bibliografische Daten

Das Werk ist Teil der Reihe: Forschungen zum Alten Testament 2. Reihe

Produktbeschreibung

Most studies approaching biblical studies with disability studies primarily utilize synchronic approaches to the biblical text. While historical concerns have not been ignored, historical critical approaches have not been brought into dialogue with disability studies. Grant F. Gates reads the Deuteronomistic Collection with insight from disability studies diachronically to engage redaction critical questions. He argues that different conceptions of disability emerged in Judah than in the northern kingdom of Israel in the ninth through sixth centuries BCE. The author draws on the critical theory of Gilles Deleuze and Félix Guattari, particularly their concept of faciality. Later developments on Deleuzoguattarian theory have developed non-representational theory; the author proposes a non-representational approach to disability primarily built on faciality. Using this methodology, different facialities for similar impairments distinguish northern from southern conceptions of disability in the Deuteronomistic Collection. Using faciality to explore visual impairments, skin disease, and mobility impairments in the Deuteronomistic Collection, the author argues that the north exhibits less developed, less identitarian, more fluid conceptions of disability, and the south more developed, more representational, more territorialized conceptions of disability. Recognizing these distinctions provides a means for engaging redactional questions, particularly in texts with complicated histories involving both kingdoms, such as the David story. Pressing against representations of disability with a non-representational approach reveals the inherent instability of disability categories. As this breakdown underscores the representational nature of disability as faciality, the study critiques representation more broadly, allowing a deterritorialization of disability in the Deuteronomistic Collection.
Die meisten Studien, die sich aus der Perspektive der Disability Studies mit der Bibelwissenschaft befassen, stützen sich in erster Linie auf synchrone Ansätze zur Auslegung des biblischen Textes. Zwar wurden historische Aspekte nicht außer Acht gelassen, doch wurden historisch-kritische Ansätze nicht hinreichend in einen Dialog mit den Disability Studies gebracht. Grant F. Gates interpretiert das deuteronomistische Geschichtswerk diachron mittels Erkenntnissen aus den Disability Studies, um redaktionskritische Fragen zu erörtern. Er argumentiert, dass sich im 9. bis 6. Jh. v. Chr. in Juda andere Vorstellungen von Behinderung herausbildeten als im nördlichen Königreich Israel. Der Autor stützt sich auf die kritische Theorie von Gilles Deleuze und Félix Guattari, insbesondere auf deren Konzept der Facialität. Spätere Entwicklungen der Deleuze-Guattari-Theorie haben eine nicht-repräsentative Theorie hervorgebracht; der Autor schlägt die Anwendung eines solchen Theorieansatzes vor, der in erster Linie auf Facialität aufbaut. Unterscheidbar werden damit im dtr. Geschichtswerk unterschiedliche Facialitäten für ähnliche Beeinträchtigungen von Behinderung, speziell eine israelisch-nördliche und eine judäisch-südliche. Konkret untersucht der Autor Sehbehinderungen, Hautkrankheiten und Mobilitätseinschränkungen im dtr. Geschichtswerk und argumentiert, dass im Norden weniger entwickelte, weniger identitätsstiftende und flexiblere Vorstellungen von Behinderung vorhanden waren, im Süden hingegen stärker entwickelte, repräsentativere und territorialisiertere Vorstellungen. Diese Unterschiede kann man mit Fragen an die Redaktion der Texte koppeln, besonders fruchtbar etwa in der David-Erzählung. Die Auseinandersetzung mit Darstellungen von Behinderung durch einen nicht-repräsentativen Ansatz offenbart die inhärente Instabilität von Behinderungskategorien. Mit der Betonung des repräsentativen Charakters von Behinderung als „Facialität" übt die Studie eine umfassendere Kritik der Repräsentation und ermöglicht so eine Deterritorialisierung von Behinderung im dtr. Geschichtswerk.

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Hersteller

Jana Trispel

Wilhelmstraße, 18
72074 Tübingen, DE

trispel@mohrsiebeck.com

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