Keesen

Erschienen: 17.03.2026

Demokratische Intermediäre

Eine Neubestimmung der verfassungsrechtlichen Aufgaben von Parteien und politischen Vereinigungen bei der politischen Willensbildung

Mohr Siebeck

ISBN 978-3-16-164900-4

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Bibliografische Daten

Fachbuch

Buch. Softcover

2026

Umfang: 320 S.

Format (B x L): 15,5 x 23,2 cm

Verlag: Mohr Siebeck

ISBN: 978-3-16-164900-4

Produktbeschreibung

Parteien wird im Grundgesetz die demokratische Aufgabe überantwortet, an der politischen Willensbildung mitzuwirken. Andere politische Vereinigungen sind dort nicht erwähnt. Vor dem Hintergrund der verbreiteten Unzufriedenheit mit Parteien erscheint diese Konzentration auf sie veraltet: Warum sind es allein Parteien, die nach Lesart des Grundgesetzes als demokratische Intermediäre Vereinfachungsleistungen bei der politischen Willensbildung erbringen sollen? Wäre es nicht zeitgemäßer, diese Aufgabe auch für andere politische Vereinigungen zu öffnen? Jan Keesen analysiert diese Konzeption des Grundgesetzes kritisch. Er arbeitet heraus, dass Parteien in einer singularisierten Gesellschaft nicht mehr dazu geeignet sind, inhaltliche Interessen von Bürgerinnen und Bürgern aufzunehmen und in politischen Entscheidungen umzusetzen. Politische Vereinigungen könnten diese Aufgabe übernehmen, werden vom Grundgesetz jedoch ignoriert. Diese Lesart ist nicht zwingend: Beide Organisationsformen erbringen als demokratische Intermediäre Unterstützungsleistungen bei der politischen Willensbildung. Sie erfüllen damit ähnliche Funktionen, allerdings auf unterschiedliche Weise. Davon ausgehend schlägt Jan Keesen eine veränderte Interpretation der verfassungsrechtlichen Rolle von Parteien und politischen Vereinigungen vor, die die Funktionsdefizite der Parteien aufgreift und die demokratischen Potenziale einer direkteren Einbindung politischer Vereinigungen erschließt.
The Basic Law assigns political parties the democratic task of participating in the formation of political will. Other political associations are not mentioned. In light of widespread dissatisfaction with parties, this exclusive focus appears outdated: Why should parties alone, according to the Basic Law, serve as democratic intermediaries that simplify political will formation? Would it not be more appropriate today to open this role to other political associations as well? Jan Keesen critically examines this conception of the Basic Law. He shows that in a highly individualized society, parties are no longer suited to gather citizens' substantive interests and translate them into political decisions. Political associations could assume this role, yet they are ignored by the Basic Law. This reading is not inevitable: both organizational forms provide supportive functions in the formation of political will as democratic intermediaries. They fulfil similar tasks, albeit in different ways. Building on this, Jan Keesen proposes a revised interpretation of the constitutional role of parties and political associations-one that addresses the functional deficits of parties and unlocks the democratic potential of more direct involvement of political associations.

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Jana Trispel

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72074 Tübingen, DE

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