Kerber

Das neue Finanzkapital

Geldpolitik und Finanzstabilität in der EWU. Normative Grundlagen und institutionelle Entwicklungen

Mohr Siebeck

ISBN 978-3-16-164905-9

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Bibliografische Daten

Fachbuch

Buch. Softcover

2026

Umfang: 346 S.

Format (B x L): 15,5 x 23,2 cm

Verlag: Mohr Siebeck

ISBN: 978-3-16-164905-9

Produktbeschreibung

Did the ECB pursue monetary policy or a policy of rescuing the euro? Did it at least attempt to fulfil its primary mandate of maintaining price stability? Or did it misuse its powers for a collateral policy aimed at providing liquidity to banks and rescuing heavily indebted states through the printing press, even though Articles 123 TFEU (prohibition of monetary financing) and 125 TFEU (no-bailout clause) explicitly prohibit such actions? Did it function as a bailout machine by acquiring sovereign debt securities that were channelled to it indirectly through commercial banks? Did it artificially lower interest rates for distressed countries that financial markets no longer considered creditworthy, thereby encouraging them to accumulate even more debt and further violate fiscal debt limits? These are the central questions addressed in this book, which offers answers grounded in both legal and economic analysis. Markus C. Kerber extends his examination beyond these issues to the largely unaccountable governance that emerged through the creation of the various euro rescue funds-a new form of financial power within the European Union. He argues that this development has fostered a collectivisation of liability while suppressing market forces. In his view, it eliminates risk premiums in interest rates, which in a market economy perform the crucial function of steering capital away from excessively risky activities and allocating it efficiently among competing countries and sectors.
Hat die Europäische Zentralbank Geldpolitik oder Euro-Rettungspolitik betrieben? Hat sie zumindest versucht, ihrem vorrangigen Auftrag zur Gewährleistung von Preisstabilität nachzukommen? Oder hat sie ihre Macht für eine Kollateralpolitik missbraucht, um Banken mit Liquidität zu versorgen und überschuldete Staaten mit der Druckerpresse zu retten, obwohl ihr genau das durch Artikel 123 (Verbot der Staatsfinanzierung) und 125 AEUV (Verbot des Bail-out) verboten ist? Diente die EZB als Bail-out-Maschine, indem sie staatliche Schuldtitel erwarb, die ihr über den Umweg der Geschäftsbanken angeboten wurden? Hat sie die Zinsen der angeschlagenen und aus der Sicht der Kapitalmärkte nicht mehr kreditwürdigen Länder künstlich gesenkt und sie damit angeregt, sich noch mehr zu verschulden und die fiskalischen Schuldengrenzen noch mehr zu verletzten? Das sind die zentralen Fragen dieses Buches, das darauf rechtlich und auch ökonomisch relevante Antworten gibt. Markus C. Kerber geht über diesen Themenkreis hinaus und beschäftigt sich auch mit der weitgehend unkontrollierten EU-Herrschaftsinfrastruktur, die durch die Schaffung der diversen Euro-Rettungsfonds entstanden ist: das neue Finanzkapital. Er zeigt, dass hierdurch die nationalstaatliche Haftung für Schulden vergemeinschaft und so die Marktkräfte unterdrückt werden. Dies beseitigt die Risikoprämie im Zins, die in der Marktwirtschaft die wichtige Steuerungsfunktion ausübt, um das Kapital von übermäßig riskanten Aktivitäten fernzuhalten und es effizient auf rivalisierende Länder und Branchen aufzuteilen.

Autorinnen und Autoren

Produktsicherheit

Hersteller

Jana Trispel

Wilhelmstraße, 18
72074 Tübingen, DE

trispel@mohrsiebeck.com

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