Fachsprache und Sprachpolitik aus der europarechtlichen Sattelzeit (1955-1975)
Supranationalität – Rechtsordnung – Rechtsgemeinschaft
Mohr Siebeck
ISBN 978-3-16-200463-5
Standardpreis
Bibliografische Daten
Ratgeber
Buch. Hardcover
2026
Umfang: 250 S.
Format (B x L): 15,5 x 23,2 cm
Verlag: Mohr Siebeck
ISBN: 978-3-16-200463-5
Produktbeschreibung
Ende der 1950er Jahre stritten Juristen intensiv über europarechtliche Fachsprache. Ausdrücke wie Supranationalität, Staatenbund oder Bundesstaat galten als nationalstaatlich geprägt und polarisierend. Sprachliche Innovationen, eigene europarechtliche Sprachregeln und Bildsprache mussten her. Es ereignete sich ein Sprachwandel, eine Sattelzeit, die bis heute prägt, wie wir uns über europäisches Recht verständigen. Der Ausdruck „Sattelzeit" ist in Anlehnung an den Begriffshistoriker Reinhart Koselleck gebildet und drückt einen besonders tiefgreifenden Sprachwandel aus. Mit der europäischen Sattelzeit etablierten sich im Europarecht unbestimmte Verbandsausdrücke und Ausdrucksweisen, die schwierige Fragen aufwerfen. Beispielsweise, ob es sich beim Europarecht und nationalem Recht um eine, zwei oder mehrere Rechtsordnungen handelt, ob das Europarecht eine eigene Rechtsquelle hat, durch Gesamtakt geschaffen wurde oder eine Rechtsgemeinschaft ist. Solche Ausdrucksweisen haben europarechtliche Fachsprache nicht nur unübersichtlicher gemacht, sondern mutmaßlich auch politischer. Der Ansatz der vorliegenden Untersuchung ist ein historisch-kritischer und ein analytischer. Wer gebrauchte welche juristischen Ausdrücke zu welchem Zweck? Und was sind gute Sprachregeln für unsere europarechtliche Fachsprache? Thorben Klünder ordnet den europarechtlichen Wortschatz, verfolgt seinen historischen Wandel und übt Kritik an europarechtlicher Sprache, Metaphorik und Theorie.
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