Lamersdorf

Vertrauen und Treue in Interessenwahrungsverhältnissen

Mohr Siebeck

ISBN 978-3-16-200188-7

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Bibliografische Daten

Fachbuch

Buch. Softcover

2026

Umfang: 350 S.

Format (B x L): 15,5 x 23,2 cm

Verlag: Mohr Siebeck

ISBN: 978-3-16-200188-7

Produktbeschreibung

Interessenwahrungsverhältnisse sind Beziehungen, in denen die eine Seite die Macht und die Pflicht hat, die Interessen der anderen Seite nach bestem Ermessen wahrzunehmen und zu wahren. Sie sind intrinsisch und instrumentell äußerst wertvoll. Doch mit der Macht eines Interessenwahrers gehen vielfältige Möglichkeiten des Missbrauchs einher. Robert Lamersdorf geht mit rechtsvergleichendem Fokus unter Einbeziehung des US-amerikanischen fiduciary law der Frage nach, welche rechtlichen Vorkehrungen angesichts des Missbrauchsrisikos erforderlich sind, um eine produktive Wahrnehmung fremder Interessen zu ermöglichen. Dabei richtet sich der Blick insbesondere auch auf die Grenzen dessen, was das Recht überhaupt unmittelbar zu leisten vermag. Eine Kernthese lautet, dass Zwang, Haftung und Sanktionen zwar unverzichtbare Mittel gegen Machtmissbrauch sind, Vertrauen und Loyalität dadurch jedoch nur in begrenztem Umfang abgesichert werden können. Effektive Interessenwahrung ist vielmehr in erheblichem Maße auf eine außerrechtliche normative Infrastruktur angewiesen, die sich zusammenfassend als „Kultur des Vertrauens" beschreiben lässt. Hierzu zählen internalisierte soziale und moralische Normen, soziale Rollen, Gewohnheiten, Dispositionen und Grundannahmen. Der Autor arbeitet heraus, dass es sich hierbei um eine Form von Sozialkapital handelt, die Merkmale eines öffentlichen Gutes trägt und als solches durch Unterinvestitionen sowie negative Externalitäten gefährdet ist. Daran anlehnend entwickelt er eine weitere These: Dem Recht der Interessenwahrungsverhältnisse kommt eine Regulierungsaufgabe zu, nämlich dieses Sozialkapital und damit das öffentliche Gut „Vertrauen in Interessenwahrer" zu sichern und zu bewahren.
Robert Lamersdorf examines fiduciary relationships-relationships in which one party has both the power and the duty to pursue and safeguard the other party's interests to the best of its discretion. Fiduciary relationships are of great intrinsic and instrumental value. Yet the power held by a fiduciary entails manifold opportunities for abuse. From the perspective of comparative law and with reference to U.S. fiduciary law, the author explores what legal safeguards are required, in view of the risk of abuse, to enable a productive fiduciary cooperation. In doing so, he focuses in particular on the limits of what the law can achieve directly. One core thesis is that coercion, liability, and sanctions create indispensable counter-incentives to the abuse of power, but can secure trust and loyalty only to a limited extent. Effective cooperation in a fiduciary relationship instead depends to a significant degree on an extralegal normative infrastructure that can be described, in summary, as a "culture of trust." This includes internalized social and moral norms, social roles, habits, dispositions, and basic assumptions. Robert Lamersdorf shows that this constitutes a form of social capital that bears the characteristics of a public good and is therefore threatened by underinvestment and negative externalities. Building on this, he develops a further thesis: fiduciary law has a regulatory function, namely to protect and preserve this social capital and thus the public good of "trust in fiduciaries."

Autorinnen und Autoren

Produktsicherheit

Hersteller

Jana Trispel

Wilhelmstraße, 18
72074 Tübingen, DE

trispel@mohrsiebeck.com

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