Lurz-Hempelmann

Parlamentsorganisation im Angesicht des Populismus

Eine vergleichende Studie zu parlamentarischen Gremien und den rechtlichen Maßstäben ihrer Besetzung in Deutschland und Frankreich

Mohr Siebeck

ISBN 978-3-16-200790-2

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Bibliografische Daten

Fachbuch

Buch. Hardcover

2026

Umfang: 370 S.

Format (B x L): 15,5 x 23,2 cm

Verlag: Mohr Siebeck

ISBN: 978-3-16-200790-2

Produktbeschreibung

Im Angesicht des wachsenden Einflusses populistischer Parteien in Deutschland und Frankreich nimmt Michael Lurz-Hempelmann die politische Debatte um die Strategie der „Brandmauer" (frz. cordon sanitaire ) auf und geht im Rechtsvergleich der Kernfrage nach, inwiefern politische Fraktionen nach dem Parlamentsrecht der beiden Staaten aus einzelnen Parlamentsgremien ausgeschlossen werden dürfen. Die These lautet: Trotz eines unterschiedlichen Grades der (Verfassungs-)Verrechtlichung des Politischen ist es in beiden Ländern zunächst das Mehrheitsprinzip, das es den Fraktionen ermöglicht, die Einflusssphäre von populistischen Minderheiten in Parlamentsgremien einzudämmen. Während in Deutschland das Verfassungsrecht ein entscheidendes Instrument ist, um Streit zu schlichten und Mindeststandards zu formulieren, auf die sich Minderheiten und Oppositionen gegenüber der Mehrheit in jedem Einzelfall vor den Verfassungsgerichten berufen können, gibt es diese Möglichkeit in Frankreich so nicht. Die Entscheidungen der parlamentarischen Mehrheit müssen sich dort (allein) im politischen Diskurs bewähren und werden daran gemessen, ob sie das institutionelle Gleichgewicht wahren. Diese unterschiedlichen Ansätze führen allerdings nicht notwendigerweise zu unterschiedlichen rechtlichen Maßstäben mit Blick auf die Besetzung einzelner Gremien(-arten) im Gegenteil: es lassen sich ähnliche rechtliche Wertungen hinsichtlich der Frage feststellen, in welchem Maße Minderheiten in einzelnen Gremienarten vertreten sein müssen. Wie Mehrheiten ihren so gewährten Spielraum ausüben, hängt von historisch-kulturellen Prägungen ab, die in rechtlichen Kategorien kaum zu fassen sind, bei der Suche nach einer funktionsfähigen Parlamentsorganisation aber stets reflektiert werden sollten.
In light of the growing influence of populist parties in Germany and France, Michael Lurz-Hempelmann takes up the political debate surrounding the strategy of the "firewall" ( cordon sanitaire ) and, through a comparative analysis of the two countries' legal systems, examines the central question of to what extent parliamentary groups may be excluded from individual parliamentary bodies under parliamentary law. His study argues that, despite differing degrees of the constitutionalisation and juridification of politics, it is primarily the majority principle in both countries that enables parliamentary groups to limit the influence of populist minorities within parliamentary bodies. In Germany, constitutional law serves as a crucial instrument for resolving disputes and establishing minimum standards that minorities and opposition groups may invoke before constitutional courts in individual cases. France, by contrast, offers no equivalent judicial avenue. There, decisions taken by the parliamentary majority must prove their legitimacy in the political arena and are judged according to whether they preserve the institutional balance of the parliamentary system. These divergent approaches do not necessarily result in different legal standards governing the composition of parliamentary bodies. On the contrary, the comparative analysis reveals strikingly similar legal assessments regarding the extent to which minorities must be represented in different types of parliamentary bodies. How majorities make use of the discretion afforded to them ultimately depends on historical and cultural traditions that are difficult to capture in legal categories, yet should always be taken into account when seeking a functional parliamentary organisation.

Autorinnen und Autoren

Produktsicherheit

Hersteller

Jana Trispel

Wilhelmstraße, 18
72074 Tübingen, DE

trispel@mohrsiebeck.com

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