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Nägele

Erscheint in Kürze

Die distanzierte Darstellung des Wunderbaren in der Apostelgeschichte

Eine erzähltechnische Konvention antiker Historiographie bei Lukas

Mohr Siebeck

ISBN 978-3-16-200812-1

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Bibliografische Daten

Fachbuch

Buch. Hardcover

2026

Umfang: 570 S.

Format (B x L): 15.5 x 23.2 cm

Verlag: Mohr Siebeck

ISBN: 978-3-16-200812-1

Weiterführende bibliografische Daten

Produktbeschreibung

Ein verbreitetes Vorurteil geht von einem naiven Wunderglauben antiker Menschen aus. Doch schon damals finden sich von einem ungebrochenen Wunderglauben bis hin zu einer radikalen Wunderkritik alle denkbaren Positionierungen. In den Geschichtswerken antiker Historiker spiegelt sich die Umstrittenheit mirakulöser Phänomene darin wider, dass Wunderberichte distanziert dargestellt werden. Die Lukasforschung hingegen geht davon aus, dass Lukas diese Konvention der Wunderdistanz trotz seines historiographischen Anspruchs nicht bemüht, sie nicht einmal kennt. Manuel Nägele widerlegt diesen Konsens, indem er zwei jüngere Einsichten aus den Altertumswissenschaften aufgreift, wonach Wunderdistanz nicht zwingend an einer kritisch-skeptischen Einstellung des Historikers gegenüber dem Wunder(baren) liegen muss und wonach davon ausgegangen werden kann, dass Historiker ihre Anliegen nicht nur durch auktoriale Einschübe kommunizieren, sondern auch intradiegetisch über eine entsprechende Ausgestaltung der erzählten Welt vermitteln. Vor diesem Hintergrund arbeitet Nägele mit Anleihen aus dem literaturwissenschaftlichen Diskurs zur Phantastik und mithilfe erzähltechnischer Analyseinstrumente die gängigen Distanzierungsstrategien antiker Historiker heraus und überprüft dabei, ob und inwiefern dort auch die Wunderdistanz nicht nur extradiegetisch, sondern auch intradiegetisch realisiert wird. Anschließend wendet der Autor diese Einsichten auf das lukanische Doppelwerk an. Dabei zeigt sich, dass Lukas bei einigen Wunderberichten, insbesondere in der zweiten Hälfte der Apostelgeschichte, auf subtile Weise mit der Wunderdistanz operiert, indem er diese intradiegetisch einspielt. Offensichtlich kennt Lukas diese Konvention also nicht nur, sondern weiß diese auch für seine Zwecke zu nutzen. Nägele schließt mit einer Erörterung dessen, was diese Einsicht für den lukanischen Rezipientenkreis bedeuten könnte, und geht der Frage nach, weshalb Lukas nicht alle Wunder distanziert darstellt.
A widespread prejudice assumes that people in antiquity held a naive belief in miracles. Yet even back then, every conceivable stance existed, ranging from an unbroken belief in miracles to a radical skepticism toward them. In the works of ancient historians, the controversial nature of miraculous phenomena is reflected in the fact that accounts of miracles are presented in a distanced manner. Lukan scholarship, on the other hand, assumes that Luke does not adhere to this convention of miracle distance despite his historiographical claims, and may not even be aware of it. Manuel Nägele refutes this consensus by drawing on two recent insights from classical studies, according to which miracle distance is not necessarily tied to a critical-skeptical attitude of the historian toward the miraculous, and according to which it can be assumed that historians communicate their concerns not only through authorial comments but also intradiegetically through a corresponding shaping of the narrated world. Against this backdrop, Nägele draws on the literary discourse on the fantastic and employs narratological tools to identify the common distancing strategies of ancient historians, thereby examining whether and to what extent miracle distance is realized not only extradiegetically but also intradiegetically. The author then applies these insights to Luke-Acts. It becomes apparent that, in some miracle accounts particularly in the second half of the Acts of the Apostles Luke subtly employs miracle distance intradiegetically. Clearly, Luke is not only familiar with this convention but also knows how to use it for his own purposes. Nägele concludes with a discussion of what this insight might mean for Luke's audience and explores the question of why Luke does not portray all miracles in a distanced manner.

Autorinnen und Autoren

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Hersteller

Jana Trispel

Wilhelmstraße, 18
72074 Tübingen, DE

trispel@mohrsiebeck.com

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