Popp

Minderjährige als Vertragspartei

Historisch-vergleichende Analyse der römischen, deutschen und englischen Rechtstraditionen

Mohr Siebeck

ISBN 978-3-16-200855-8

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Bibliografische Daten

Fachbuch

Buch. Softcover

2026

Umfang: 400 S.

Format (B x L): 15,5 x 23,2 cm

Verlag: Mohr Siebeck

ISBN: 978-3-16-200855-8

Produktbeschreibung

In der Tradition des römischen und deutschen Rechts ist die Teilnahme Minderjähriger am Vertragsleben stark von der Rolle der Vormünder bzw. der Eltern abhängig. Ohne deren unmittelbare oder mittelbare Zustimmung entsteht keine vertragliche Haftung Minderjähriger. Im römischen Recht entstand diese Voraussetzung unter dem Eindruck, dass ohnehin nur junge Menschen eigenständig am Rechtsverkehr teilnahmen, wenn sie sui iuris waren, weil Hauskinder der umfassenden patria potestas unterlagen. In der englischen Rechtstradition gab und gibt es eine solche Abhängigkeit von einer erwachsenen Person nicht, die Entstehung einer Haftung Minderjähriger aus Verträgen hängt dort vom Vertragsinhalt bzw. der Art des Vertrages ab. In allen untersuchten Rechtsordnungen hat sich die Position Minderjähriger im Vertragsrecht stark entlang der historischen Strukturen des Familien- und Gesellschaftslebens entwickelt und ist bis heute davon geprägt. Für ein systematisches Verständnis der Stellung Minderjähriger im Vertragsrecht ist deshalb neben der Analyse der vertraglichen Haftung auch ein Verständnis der Entstehung der Altersgrenzen für die Rechtsgeschäftsfähigkeit und der Rolle der Vormünder bzw. Eltern unerlässlich. Welche Wertungen und Funktionen lagen und liegen diesen Faktoren zugrunde? Zu welchen Zwecken wurde eine vertragliche Haftung Minderjähriger eingeschränkt oder zugelassen? Dabei geht es einerseits um den Schutz Minderjähriger und ihrer (ererbten Familien-)Vermögen vor Verminderung bzw. Überschuldung. Andererseits werden die Interessen der Vertragspartner an Rechtssicherheit und Durchsetzbarkeit von Verpflichtungen minderjähriger Vertragsparteien unterschiedlich stark in den Vordergrund gestellt. Sarah Popp geht diesen Fragen in historisch-vergleichender Perspektive anhand des römischen, deutschen und englischen Rechts nach.
In the Roman and German legal traditions, the participation of minors in contractual relations depends heavily on the role of guardians or parents. Without their direct or indirect consent, minors do not incur contractual liability. In Roman law, this requirement developed against the background that only young persons who were sui iuris could participate independently in legal transactions, since children under paternal authority were subject to the comprehensive patria potestas. In the English legal tradition, by contrast, there was and still is no such dependence on an adult person; there, the contractual liability of minors depends instead on the content of the contract or the type of agreement involved. In all the legal systems examined, the position of minors in contract law has evolved strongly in line with the historical structures of family and social life and continues to be shaped by them today. A systematic understanding of the status of minors in contract law therefore requires not only an analysis of contractual liability, but also an understanding of the origins of age limits for legal capacity and of the role played by guardians or parents. What evaluations and functions underlay and continue to underlie these factors? For what purposes was the contractual liability of minors restricted or permitted? On the one hand, the issues concern the protection of minors and their (inherited family) assets against diminution or over-indebtedness. On the other hand, varying degrees of emphasis are placed on the interests of contracting parties in legal certainty and the enforceability of obligations undertaken by minor contractual parties. Sarah Popp explores these questions from a historical-comparative perspective through the lens of Roman, German, and English law.

Autorinnen und Autoren

Produktsicherheit

Hersteller

Jana Trispel

Wilhelmstraße, 18
72074 Tübingen, DE

trispel@mohrsiebeck.com

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