Rentz

Der "Geldjude"

Antijüdische ökonomische Stereotype im mittelalterlichen Deutschland bis zur Großen Pest

De Gruyter Oldenbourg

ISBN 978-3-11-120522-9

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Bibliografische Daten

Fachbuch

Buch. Hardcover

2024

1 s/w-Tabelle.

Format (B x L): 16.2 x 23.3 cm

Gewicht: 1021

Verlag: De Gruyter Oldenbourg

ISBN: 978-3-11-120522-9

Weiterführende bibliografische Daten

Das Werk ist Teil der Reihe: Europäisch-jüdische Studien - Beiträge

Produktbeschreibung

There is a dogged idea that the stereotypical association of Jews with greed, wealth, and usury has to do with their supposed role in the premodern money market. Instead, this study examines the Christian ideas of sinful greed, Jewish materialism, and the role of the traitor’s reward in the "murder of God," which together condensed into the image of the "Geldjude" – "money Jew" – during the socioeconomic upheavals of the High Middle Ages.
Zäh hält sich die mittlerweile widerlegte Ansicht, die stereotypische Verknüpfung von Jüdinnen*Juden mit Gier, Reichtum und Wucher ginge auf ihre vermeintliche Rolle im vormodernen Geldhandel zurück. Diese Studie fragt nach den tatsächlichen Entstehungsgründen und konzentriert sich auf das deutsche Reich zwischen dem 12. Jahrhundert und der Großen Pest. Dabei werden christliche Vorstellungen von sündhafter Gier, jüdischem Materialismus und der Rolle des Judaslohns für den „Gottesmord“ in den Blick genommen, die sich während der sozioökonomischen Umbrüche des Hochmittelalters zum Bild des „Geldjuden“ verdichteten. Nicht antijüdische Hetze stand anfangs im Zentrum, sondern eine innerchristliche Auseinandersetzung um den Umgang mit Geld – in einem Zeitraum, als dessen soziale Bedeutung anstieg und tradierte Moralvorstellungen herausforderte. Zunehmend wurde diese Chiffre aber aus dem ursprünglichen monastischen bzw. theologischen Kontext gelöst und auf reale Jüdinnen*Juden projiziert, um z. B. Ritualmordlegenden oder Pogrome zu rationalisieren. Die Studie bemüht sich um ein besseres Verständnis der christlichen Judenfeindschaft und des historischen Entwicklungsprozesses antisemitischer Vorstellungen, die heute noch virulent sind.

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