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Rüppel

Religiöse Narrative der Finanzkrisendeutung

Sünde, Vertrauen und Schöpfung in kirchlichen Diskursen 1929 und 2008 - eine digitale Textanalyse

Mohr Siebeck

ISBN 978-3-16-200131-3

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Bibliografische Daten

Fachbuch

Buch. Softcover

2026

Umfang: 450 S.

Format (B x L): 15.5 x 23.2 cm

Verlag: Mohr Siebeck

ISBN: 978-3-16-200131-3

Weiterführende bibliografische Daten

Das Werk ist Teil der Reihe: Perspektiven der Ethik

Produktbeschreibung

Amelie Rüppel widmet sich der Frage, welche religiösen Narrative die kirchlichen Deutungen der Finanzkrisen von 1929 und 2008 geprägt haben und wie sich diese über historische Zeiträume, Textarten und Institutionen verändert haben. Auf Grundlage eines umfangreichen empirischen Korpus aus kirchlichen Predigten und Positionspapieren der EKD, EKHN und EKKW sowie Predigtzeitschriften wird mithilfe digitaler Textanalysemethoden, insbesondere des „Structural Topic Modeling", untersucht, welche prägenden Begriffscluster sogenannte Topics die Diskurse strukturieren. Über qualitative Analysen erschließt die Autorin die dahinterliegenden Narrative und macht sie für theologisch-ethische Reflexion zugänglich. Drei Leitnarrative erweisen sich als zentral: das Sündennarrativ, das den homo oeconomicus im Spannungsfeld von Freiheit und Eigeninteresse als Anschauungsfeld der Sünde deutet, das Vertrauensnarrativ, das die Relation von Gott- und Geldvertrauen zur Begründung institutioneller Vertrauensordnungen interpretiert, sowie das Schöpfungsnarrativ, das protestantische Nachhaltigkeitskonzepte aus der Schöpfungsverantwortung ableitet. Amelie Rüppel verknüpft diese Befunde mit Ansätzen der narrativen Ökonomie (Robert Shiller) und der protestantischen Wirtschaftsethik (Max Weber, Ernst Troeltsch) und eröffnet neue Perspektiven auf das Verhältnis von Religion, Moral und Wirtschaft.
Amelie Rüppel addresses the question of which religious narratives have shaped church interpretations of the financial crises of 1929 and 2008 and how these have changed across historical periods, text genres, and institutions. Based on an extensive empirical corpus of church sermons and position papers from the EKD (Protestant Church in Germany), EKHN (Protestant Church in Hesse and Nassau), and EKKW (Protestant Church of Kurhessen-Waldeck), and homiletic journals digital text-analytical methods particularly Structural Topic Modeling are used to identify key clusters of meaning, or "topics," structuring these discourses. Through qualitative analyses, the author uncovers the underlying narratives and makes them accessible for theological-ethical reflection. Three guiding narratives prove central: the sin narrative, interpreting the homo oeconomicus and his freedom-self-interest tension as an expression of sin; the trust narrative, exploring the relation between trust in God and trust in money as the foundation of institutional trust; and the creation narrative, deriving Protestant concepts of sustainability from human responsibility for creation. Linking these findings to approaches in narrative economics (Robert Shiller) and Protestant economic ethics (Max Weber, Ernst Troeltsch), Amelie Rüppel opens new perspectives on the interrelation of religion, morality, and economy.

Autorinnen und Autoren

Produktsicherheit

Hersteller

Jana Trispel

Wilhelmstraße, 18
72074 Tübingen, DE

trispel@mohrsiebeck.com

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