Die Erfindung der Tragödie
Zur Evolution der Gattung um 1800
De Gruyter
ISBN 978-3-11-171188-1
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2026
Umfang: 420 S.
Verlag: De Gruyter
ISBN: 978-3-11-171188-1
Weiterführende bibliografische Daten
Das Werk ist Teil der Reihe: Quellen und Forschungen zur Literatur- und Kulturgeschichte
Produktbeschreibung
Um 1800 wird die deutschsprachige Tragödie nicht nur literarisch wieder interessant, sondern auch als Medium der Philosophie: Der Idealismus beschreibt die Gattung mit innovatorischer Kraft als Symbol für das menschliche Selbstbewusstsein. Diese Umkodierung der Tragödie, die sie aus den regelpoetischen Kontexten des 18. Jahrhunderts geradezu herauskatapultiert, ist der Gegenstand dieser Studie. Sie beschreibt die Entwicklung der Gattungstheorie von ca. 1795 bis 1825 als literarische Evolution im Sinne Juri Tynjanows und untersucht die damit einhergehenden Prozesse sowohl an kanonischen Poetiken von Schiller, Schelling und den Brüdern Schlegel als auch an nichtkanonischen Dramen von Friedrich Schlegel, Friedrich Ast, Wilhelm von Schütz und anderen. Auf diesem Weg zeichnet die Studie den Aufstieg eines philosophisch-literarischen Paradigmas nach und erschließt dabei zugleich ein Feld von Bezügen, das für das Verständnis von Philosophie und Literatur der Epoche grundlegend sein kann. Nicht zuletzt liefert sie auf diesem Weg ein Argument dafür, die Trennung von ,Klassik‘ und ,Romantik‘ zu überwinden, um die komplexen Gemeinsamkeiten der scheinbar widersprüchlichen poetischen Ansätze der Zeit in Zukunft zuverlässiger erfassen zu können.
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