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Shapira

The Discourse of Rites

Shaping and Reshaping the (Counter-)Priestly Rituals Conducted Outside the Tabernacle

Mohr Siebeck

ISBN 978-3-16-200495-6

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109,00 €

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Bibliografische Daten

Fachbuch

Buch. Softcover

2026

In englischer Sprache

Umfang: 330 S.

Format (B x L): 15.5 x 23.2 cm

Verlag: Mohr Siebeck

ISBN: 978-3-16-200495-6

Weiterführende bibliografische Daten

Das Werk ist Teil der Reihe: Forschungen zum Alten Testament 2. Reihe

Produktbeschreibung

Hananel Shapira investigates a series of anomalous rituals within the Priestly literature of the Pentateuch that take place outside the sacred precinct of the Tabernacle. While biblical scholarship frequently characterizes the Priestly corpus as a monolithic system dedicated to cultic centralization and the absolute authority of the Aaronide priesthood, the author argues that the base layer of the Priestly corpus contains a subversive undercurrent. This "Counter-Priestliness" is manifest in rituals such as the purification of the healed leper in Leviticus, the burning of the red heifer in Numbers, and the release of the scapegoat into the wilderness. The author uses philological and diachronic analysis to identify distinct textual layers, revealing how these external rituals originally bypassed the professional priesthood. In the earliest layer, the rituals are performed by laypeople or commoners, allowing for a degree of individual agency and personal expression that the standard, sanctuary-centered system typically suppresses. The theoretical framework for this analysis draws an analogy between the standard Priestly system and the Enlightenment's quest for universal, reductive order, while the external rituals reflect a spirit akin to the Counter-Enlightenment's emphasis on the particular and the untamed. The author posits that the standard system functions as a universal language of ritual, whereas external rites address the fractured particularity of human experience, especially when confronting the realities of death and physical impurity. Shapira shows that the priest's active role in these external rituals is largely a product of later editorial interventions. These restorative attempts to tame unconventional practices and align them with the standard sacrificial system unintentionally triggered broader transformations within the ritual system itself. By analyzing the interplay between legal stipulations and their narrative contexts, the author shows that ritual innovation often stems from internal, prosaic forces and restorative impulses rather than solely from external cultural shifts or foundational historical events.
Hananel Shapira untersucht eine Reihe anomaler Rituale innerhalb der Priesterschrift des Pentateuch, die außerhalb des heiligen Bereichs der Stiftshütte stattfinden. Während die alttestamentliche Forschung den priesterlichen Textkorpus häufig als ein monolithisches System charakterisiert, das der kultischen Zentralisierung und der absoluten Autorität des aaronidischen Priestertums verpflichtet ist, argumentiert der Autor, dass die Grundschicht des Textes eine subversive Gegenströmung enthält. Diese „antipriesterliche" Strömung manifestiert sich in Ritualen wie der Reinigung des genesenen Aussätzigen im Levitikusbuch, der Verbrennung der roten Kuh im Numeribuch und der Entsendung des Sündenbocks in die Wüste. Der Autor verbindet synchrone mit diachroner Analyse, um unterschiedliche Textschichten zu identifizieren, und legt offen, wie diese außerheiligtümlichen Rituale ursprünglich das professionelle Priestertum marginalisierten. In der frühesten Schicht werden die Rituale von Laien bzw. gewöhnlichen Gemeindegliedern vollzogen und eröffnen damit ein Maß an individueller Handlungsmacht und persönlicher Ausdrucksform, die das reguläre, auf das Heiligtum zentrierte System in der Regel unterdrückt. Der theoretische Bezugsrahmen dieser Analyse zieht eine Analogie zwischen dem standardisierten priesterlichen System und dem auf universale, systematisierende Ordnung zielenden Projekt der Aufklärung, während die außerheiligtümlichen Rituale einen Geist widerspiegeln, der der Gegenaufklärung mit ihrer Betonung des Partikularen und Ungebändigten verwandt ist. Der Autor vertritt die These, dass das Standardsystem als eine universale Sprache des Rituals fungiert, wohingegen die externen Riten die gebrochene Partikularität menschlicher Erfahrung in den Blick nehmen, insbesondere angesichts der Realität von Tod und leiblicher Unreinheit. Die zentralen Ergebnisse zeigen, dass die aktive Rolle des Priesters in diesen außerheiligtümlichen Ritualen weitgehend das Produkt späterer redaktioneller Eingriffe ist. Diese restaurativen Versuche, unkonventionelle Praktiken zu zähmen und mit dem regulären Opfersystem in Einklang zu bringen, lösten unbeabsichtigt weitreichende Transformationen innerhalb des Ritualsystems selbst aus. Durch die Analyse des Zusammenspiels von Rechtssatzungen und ihren narrativen Kontexten weist der Autor nach, dass rituelle Innovation häufig aus inneren, pragmatischen Kräften und restaurativen Impulsen hervorgeht und nicht ausschließlich aus externen kulturellen Verschiebungen oder grundlegenden historischen Ereignissen.

Autorinnen und Autoren

Produktsicherheit

Hersteller

Jana Trispel

Wilhelmstraße, 18
72074 Tübingen, DE

trispel@mohrsiebeck.com

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