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Stötzel

Ernst Friesenhahn (1901-1984)

Ein Verfassungsjurist zwischen den Zeiten

Mohr Siebeck

ISBN 978-3-16-200762-9

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Bibliografische Daten

Ratgeber

Buch. Softcover

2026

Umfang: 560 S.

Format (B x L): 15.5 x 23.2 cm

Verlag: Mohr Siebeck

ISBN: 978-3-16-200762-9

Weiterführende bibliografische Daten

Produktbeschreibung

The work presents a legal biography of the former Federal Constitutional Court justice Ernst Friesenhahn, offering for the first time a comprehensive assessment of his life and work. To this end, the study evaluates, among other sources, Friesenhahn's papers held in the Federal Archives in Koblenz as well as case files of the Federal Constitutional Court relating to proceedings in which Friesenhahn participated during his tenure from 1951 to 1963. This reveals the portrait of a constitutional lawyer who having earned his doctorate under Carl Schmitt in 1928 and later breaking with him emerged from the National Socialist period largely unscathed as a devout Catholic. Friesenhahn belongs to those figures who exerted considerable influence on the development of German constitutional law scholarship in the postwar era especially in the field of constitutional procedural law and who helped ensure that the prominent goal of establishing a rule-of-law state, as enshrined in the Basic Law, did not remain an empty promise. He advocated a form of legal positivism that was neither sterile nor ahistorical, but consistently oriented toward reality and practical life. At the Federal Constitutional Court, in his role as a "professor-judge," he ensured that the judgments of the Second Senate were coherent and rigorously reasoned. He played a key role in major cases of the Adenauer era, such as those concerning the European Defence Community Treaty, the Reich Concordat, and the "Deutschland-Fernsehen" case. As President of the German Jurists' Conference (1962-1966) and as Chairman of the Association of German Constitutional Law Teachers (1968 and 1969), he shaped constitutional law debates in the Federal Republic and, drawing on his own life experiences, credibly advocated for confronting the injustices of the National Socialist regime. As a co-founder of the Institute for Church-State Law of the Dioceses of Germany, he earned lasting merit in this field of law.
Die vorliegende juristische Biographie des ehemaligen Bundesverfassungsrichters Ernst Friesenhahn würdigt erstmals umfassend sein Leben und Werk. Dafür hat Max Stötzel unter anderem Friesenhahns Nachlass im Bundesarchiv in Koblenz sowie Gerichtsakten des Bundesverfassungsgerichts zu denjenigen Verfahren ausgewertet, an denen Friesenhahn in seiner Amtszeit von 1951-1963 beteiligt war. Dabei ergibt sich das Bild eines Verfassungsjuristen, der nachdem er im Jahr 1928 unter Carl Schmitt promovierte und später mit ihm brach als gläubiger Katholik aus der Zeit des Nationalsozialismus weitestgehend unbeschadet herausgekommen war. Friesenhahn gehört zu jenen Personen, die auf die Entwicklung der deutschen Staatsrechtswissenschaft in der Nachkriegszeit vor allem auf dem Gebiet des Verfassungsprozessrechts einen erheblichen Einfluss ausgeübt und ihren Beitrag dazu geleistet haben, dass das im Grundgesetz so prominente Ziel, einen Rechtsstaat aufzubauen, kein hohles Versprechen blieb. Er trat dabei für einen Rechtspositivismus ein, der weder steril noch unhistorisch war, sondern jederzeit wirklichkeitszugewandt und lebensnah blieb. Am Bundesverfassungsgericht sorgte er als Professorenrichter dafür, dass die Urteile des Zweiten Senats widerspruchsfrei und stringent argumentiert waren. An bedeutenden Verfahren in der Adenauer-Ära etwa zum EVG-Vertrag, dem Reichskonkordat oder dem Deutschland-Fernsehen war er maßgeblich beteiligt. Als Präsident des Deutschen Juristentages (1962-1966) und als Vorsitzender der Deutschen Staatsrechtslehrervereinigung (1968 und 1969) prägte er die Debatten der Bundesrepublik zum Verfassungsrecht mit und trat aufgrund seiner eigenen Lebenserfahrungen glaubhaft für eine Aufarbeitung des nationalsozialistischen Unrechtsregimes ein. Als Mitbegründer des Instituts für Staatskirchenrecht der Diözesen Deutschlands erwarb er sich auch auf diesem Rechtsgebiet bleibende Verdienste.

Autorinnen und Autoren

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Jana Trispel

Wilhelmstraße, 18
72074 Tübingen, DE

trispel@mohrsiebeck.com

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