Vatikanische Museen. Museo Gregoriano Profano ex Lateranense
Bauornamentik und Architekturglieder
Reichert Verlag
ISBN 978-3-7520-0613-1
Standardpreis
Bibliografische Daten
Fachbuch
Buch. Hardcover
2026
870 s/w-Abbildungen.
Umfang: 552 S.
Format (B x L): 22,5 x 31,5 cm
Verlag: Reichert Verlag
ISBN: 978-3-7520-0613-1
Produktbeschreibung
Das Museo Gregoriano Profano wurde 1844 gegründet, um die bei Grabungen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gefundenen Antiken den Besuchern Roms zugänglich zu machen. Es war bis 1963 in dem Lateranspalast nördlich der Basilika von S. Giovanni untergebracht und wurde 1970 in einem neu errichteten Trakt in den Vatikanischen Museen der Öffentlichkeit präsentiert. Seit 1991 werden in Zusammenarbeit zwischen der Direktion der Vatikanischen Museen und dem Forschungsarchiv für Antike Plastik an der Universität Köln die Bestände systematisch über wissenschaftliche Bildkataloge erschlossen, wobei die figürlichen Monumente zunächst Vorrang besaßen, denn schon der 1867 von Otto Benndorf und Rudolf Schöne verfasste Katalog konzentrierte sich auf die antiken Bildwerke – also ohne Architektur – und blieb überdies ohne Bilder. Der vorliegende Band steht zwar in diesen Traditionen, erschließt aber als Neuerung mit den Beständen des Museo Gregoriano Profano umfassend eine der großen Sammlungen römischer Architekturglieder in Rom. Das geschieht in drei Kapiteln , die jeweils eigens diskutierte Resultate enthalten: 1) wird dabei ein detaillierter Blick auf die Sammeltätigkeit und Ausstellungspraxis des Vatikans insbesondere in der ersten Hälfte des 19 Jh. geworfen; eine Zeit, in welcher ornamentierte Bauglieder erstmals als Zeugnisse mit eigener historischer Aussagekraft erkannt und ernstgenommen wurden; 2) wurden im Rahmen der Arbeiten bislang weitgehend unbekannte Bauglieder 120 der bisweilen sehr prominenten Monumente Roms und Latiums zugewiesen. Dazu zählen das Augustusforum, das Pompeiustheater und das Hadrianeum in Rom genauso wie die Kaiservillen in Castelgandolfo oder Tivoli, aber auch die ausgedehnten päpstlichen Grabungen in Ostia oder bisher unbekannte Monumente wie ein Grabbau an der Via Nettunense. Die Stücke erlauben gelegentlich neue Rekonstruktionen oder ergänzen unser Wissen zur Geschichte und Rezeption der Monumente; 3) Die Dokumentation des gesamten Bestands lenkte den Blick zwangsläufig auf bislang marginalisierte Baugliedtypen wie Wandkonsolen mit teilweise sehr originellen Lösungen, Aktrotere oder Decken, die im vorliegenden Band erstmals in größerer Zahl zusammenhängend vorgelegt und ausgewertet werden. Das brachte auch ungewöhnliche Bauglieder zum Vorschein, etwas Figuralkapitelle mit Pegasusprotomen oder Gesimse mit Wasserverteilern. Alle diese disparaten Bauteile erlauben vielfältige Einblicke sowohl in die Entwicklung der römischen Architektur als auch in die Aktivitäten der Denkmalpflege im Kirchenstaat.
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