Wagner

Ökonomische Analyse der Schiedsgerichtsbarkeit

Theorie, Empirie, Rechtsvergleichung

Mohr Siebeck

ISBN 978-3-16-200541-0

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Bibliografische Daten

Fachbuch

Buch. Hardcover

2026

Umfang: 241 S.

Format (B x L): 16.2 x 24.5 cm

Gewicht: 504

Verlag: Mohr Siebeck

ISBN: 978-3-16-200541-0

Produktbeschreibung

Private arbitral tribunals constitute an important alternative to state courts, particularly in disputes arising out of international commercial contracts. Lower costs, faster proceedings, flexibility, confidentiality, and procedural autonomy are frequently cited as advantages. An economic perspective, however, takes a different approach: it examines the benefits parties expect from including an arbitration clause and the costs they weigh against those benefits. Gerhard Wagner does not develop a formal mathematical model but rather a qualitative economic framework, which he tests against existing empirical studies. He adopts a comprehensive view of the international dispute resolution landscape. In addition to Germany, he conducts a comparative analysis of France, England, and Switzerland, assessing their competitive positions. Demand for arbitration is driven less by cost advantages than by expected benefits. Parties seek the most accurate possible enforcement of contractual rights and obligations in order to maximize the joint value of their contract. This objective is balanced against financial and temporal costs, as well as potential effects of disclosing confidential information. On the supply side, arbitrators, arbitral institutions, legislators, and state courts play a role. These actors are not neutral but pursue their own interests and respond to party preferences. Common assumptions about party-appointed arbitrators or a tendency toward "split-the-difference" awards do not withstand scrutiny. In the competition among arbitral seats, England is widely regarded as leading, while France, Switzerland, and Germany each offer distinct profiles. The study concludes by examining the relationship between arbitration and mediation and by discussing the broader effects of confidential dispute resolution.
Private Schiedsgerichte stellen insbesondere bei Streitigkeiten aus internationalen Wirtschaftsverträgen eine wichtige Alternative zu staatlichen Gerichten dar. Häufig werden geringere Kosten, schnellere Verfahren, Flexibilität, Vertraulichkeit und Gestaltungsfreiheit als Vorteile genannt. Eine ökonomische Betrachtung setzt jedoch anders an: Sie untersucht, welchen Nutzen sich die Parteien von einer Schiedsklausel versprechen und welche Kosten sie diesem Nutzen gegenüberstellen. Gerhard Wagner entwickelt kein mathematisches Modell, sondern ein qualitatives ökonomisches Konzept, das er anhand vorhandener empirischer Studien prüft. Den Blick richtet er auf die internationale Streitbeilegungslandschaft insgesamt. Neben Deutschland werden Frankreich, England und die Schweiz rechtsvergleichend analysiert und hinsichtlich ihrer Wettbewerbsfähigkeit bewertet. Die Nachfrage nach Schiedsverfahren wird weniger durch Kostenvorteile als durch erwarteten Nutzen bestimmt. Parteien streben eine möglichst präzise Durchsetzung vertraglicher Rechte und Pflichten an, um den gemeinsamen Vertragsnutzen zu maximieren. Dem stehen finanzielle und zeitliche Belastungen sowie mögliche Effekte der Offenlegung vertraulicher Informationen gegenüber. Auf der Angebotsseite agieren Schiedsrichter, Institutionen, Gesetzgeber und staatliche Gerichte. Diese sind keineswegs neutral, sondern verfolgen eigene Interessen und reagieren auf Parteipräferenzen. Vorurteile über parteibestellte Schiedsrichter oder „faule Kompromisse" erweisen sich als nicht haltbar. Im Wettbewerb der Schiedsnationen gilt England als führend, während Frankreich, die Schweiz und Deutschland jeweils unterschiedliche Profile anbieten. Abschließend wird das Verhältnis zur Mediation sowie die Wirkung vertraulicher Streitbeilegung diskutiert.

Autorinnen und Autoren

Produktsicherheit

Hersteller

Jana Trispel

Wilhelmstraße, 18
72074 Tübingen, DE

trispel@mohrsiebeck.com

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