Wilhelmi

Die Zerstörung Jerusalems in deutschsprachiger Erzählliteratur über den Jüdisch-Römischen Krieg

Antijudaismus, Antisemitismus und Nationalismus

De Gruyter

ISBN 978-3-11-914455-1

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Bibliografische Daten

Fachbuch

Buch. Hardcover

2026

1 Illustration.

Umfang: 387 S.

Format (B x L): 15,5 x 23 cm

Gewicht: 672

Verlag: De Gruyter

ISBN: 978-3-11-914455-1

Weiterführende bibliografische Daten

Das Werk ist Teil der Reihe: Conditio Judaica; 103

Produktbeschreibung

Im langen 19. Jh. zählt die Zerstörung Jerusalems (70 n.d.Z.) zu den am häufigsten in politischen Diskursen funktionalisierten historischen Ereignissen. Von der jüdischen Emanzipationsdebatte bis zur Etablierung des Antisemitismus fungiert sie in zentralen Texten (z.B. von C.K.W. Dohm, Moses Mendelssohn, Immanuel Wolf, Moses Hess, Wilhelm Marr oder Theodor Herzl) als historisches Exempel. Die Studie untersucht, wie literarische Bearbeitungen des Stoffes dominante Deutungen sekundieren, rekonfigurieren oder dekonstruieren: So verdeutlicht die Vielzahl von christlich geprägten Romanen die Diskursmacht der christlichen Heilsgeschichte. Ludwig Philippsons Novelle „Der Flüchtling aus Jerusalem“ (1839) hingegen stellt die opferzentrierte Perspektive des rabbinischen Judentums in der Diaspora infrage und bietet positivere Deutungen der Tempelzerstörung an. Max Rings Romanreihe „Das Haus Hillel“ (1878) entwirft eine Gegengeschichte, die die exklusiv christliche Lesart hinterfragt. Ein Ausblick ins frühe 20. Jh. zeigt die anhaltende Popularität des Stoffes: In Texten von Lion Feuchtwanger, Sven Hedin, Max Jungmann und Hans Kyser werden bis heute relevante Fragen über Identität, Historiographie und interkulturelle Verständigung diskutiert.
This study examines literary texts dealing with the destruction of Jerusalem (70 CE) written in the long 19th century, revealing how the historical material was functionalized in the context of various debates. It uncovers an ideological battle between competing interpretations, in which the event was retold time and again against the backdrop of (pseudo-)scientific, anti-Jewish, antisemitic, emancipatory, nationalist, and Zionist discourses.

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