Wolf

Hellenistische Heiligtümer in Sizilien

Studien zur Sakralarchitektur innerhalb und außerhalb des Reiches König Hierons II.

Reichert Verlag

ISBN 978-3-95490-171-5

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Bibliografische Daten

Fachbuch

Buch. Hardcover

2016

400 s/w-Abbildungen, 2 Farbabbildungen.

Umfang: 232 S.

Format (B x L): 24,5 x 34 cm

Gewicht: 1795

Verlag: Reichert Verlag

ISBN: 978-3-95490-171-5

Produktbeschreibung

Grundlage der jüngsten Studie von Markus Wolf sind neue Bauaufnahmen an insgesamt fünf hellenistischen Heiligtümern in Sizilien, den Tempeln von S. Caterina und S. Pancrazio in Tauromenion, dem Großen Altar Hierons II. in Syrakus, dem Demeter-Heiligtum in Heloros und dem sog. Oratorium des Phalaris in Agrigent. Mit den Methoden der archäologischen Bauforschung gelangt Wolf so zu neuen Rekonstruktionsvorschlägen und zu weiterführenden Gedanken der zeitlichen und typologischen Einordnung der Bauten. Die in Ostsizilien gelegenen Monumente von Tauromenion, Syrakus und Heloros zeigen dabei eine starke griechische Prägung und sind zweifellos mit der Herrscherpersönlichkeit König Hierons II. und seiner Baupolitik verbunden: Dieser hat seine Hauptstadt Syrakus und die anderen Städte seines Reiches, dem letzten griechischen Reich in Sizilien in hochhellenistischer Zeit, mit einem Netz von neuen Heiligtümern ausgestattet. Der bedeutendste Bau ist dabei der Große Altar in Syrakus, mit 199.45 m Länge der größte Altar der antiken Welt, der mit seinem westlich vorgelagerten, von Hallen gesäumtem Platz außer für das Stieropfer auch für größere Versammlungen genutzt werden konnte. Dadurch wurde der Große Altar zum Zentrum des Reiches Hierons II. Beim sog. Oratorium des Phalaris in Agrigent hingegen, das die Situation in den übrigen Teilen Siziliens außerhalb des griechischen Reiches Hierons II. vertritt, die zu dieser Zeit bereits römische Provinz waren, ist in Gestalt eines Podiumstempels mit Freitreppe eine spezifisch italisch-römische Disposition verwirklicht worden, ein Zeichen der neuen römischen Baupolitik. In einer übergreifenden Betrachtung konnten schließlich alle anderen hellenistischen Sakralbauten Siziliens in die Studie einbezogen werden, um mit einem komparatistischen Ansatz die unterschiedlichen kulturellen Einflüsse – griechisch, italisch-römisch und punisch – auf die Architektur herauszuarbeiten, in einer Zeit, als Sizilien sich im Spannungsfeld verschiedener Kulturen und Bevölkerungsanteile befand. Darüber hinaus werden in der Arbeit aber auch jeweils Bezüge zu ähnlichen Anlagen in Mittel- und Unteritalien, im griechischen Mutterland und in Kleinasien hergestellt, um so ein umfassendes Bild und eine neue Zusammenschau der sakralen Architektur des Hellenismus zu gewinnen. Über die Betrachtung der Monumente hinaus bildet die Studie eine wichtige Grundlage für eine weitere Beschäftigung mit der Epoche des Hellenismus auch aus Sicht anderer Disziplinen der Altertumswissenschaften wie der Klassischen Archäologie oder der Alten Geschichte.
The most recent study by Markus Wolf revolves around new architectural surveys of five Hellenistic sanctuaries in Sicily: the temples of Santa Caterina and San Pancrazio in Tauromenion, the large altar of Hiero II in Syracuse, the sanctuary of Demeter in Heloros, and the so-called Oratorium of Phalaris in Agrigentum. By applying the methods of archaeological building research, Wolf is able to propose new approaches to reconstructing the buildings and suggest new ideas on how they should be classified both chronologically and typologically. The monuments of Tauromenion, Syracuse, and Heloros in eastern Sicily suggest a strong Greek influence and are doubtlessly associated with the personality of the ruler Hiero II and his politics of building. Hiero II constructed a network of new sanctuaries in his capital city of Syracuse and the other cities of his kingdom – the last Greek kingdom in Sicily during the highpoint of the Hellenistic age. The most important building in this respect is the large altar in Syracuse, whose length of 199.45 meters makes it the largest altar of the ancient world. With its offset square to the west, surrounded by halls, in addition to sacrificing oxen it could also be used for larger gatherings. This made the altar into the center of Hiero II’s kingdom. The so-called Oratorium of Phalaris in Agrigentum, in contrast, represents the situation outside of the Greek Kingdom of Hiero II in the other parts of Sicily that were already Roman provinces by this point in time. Here, a podium temple with an open staircase represents a specifically Italian-Roman approach to sacral architecture, influenced by the new Roman politics of building. By taking a comprehensive view, Wolf goes on to incorporate all the other Hellenistic sanctuaries in Sicily into his study. His comparative approach makes it possible to elaborate the varied cultural influences – Greek, Italian-Roman, and Punic – at play in a time during which Sicily found itself in a field of tension between various cultures and populations. From here, the work draws connections to similar facilities in central and southern Italy, in the Greek homeland, and in Asia Minor, in order to render a more comprehensive picture and a new overview of sacral architecture in Hellenistic times. Beyond considering the monuments themselves, the study also lays an important foundation for studying the Hellenistic age from the perspective of other disciplines like classical archaeology or ancient history.

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Dr. Ludwig Reichert Verlag Inhaberin Ursula Reichert

Tauernstraße 11
65199 Wiesbaden, DE

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